Fragen und Antworten

zu Mehrwegsystemen

Welche Vorteile haben Mehrwegsysteme für mein Unternehmen?

Mit der Teilnahme an einem Mehrwegbechersystem könnt ihr als Unternehmen Verpackungsmüll vermeiden und so positiv bei Kunden auffallen, denen der anfallende Verpackungsmüll oft ein Dorn im Auge ist. Zusätzlich lohnt sich die Nutzung von Mehrwegsystemen für sehr viele Unternehmen auch finanziell.

Wie funktionieren Mehrwegsysteme im ToGo-Bereich?

Wenn ihr als Unternehmen eure Getränke und/oder eure Speisen in Mehrwegbehältnissen anbieten möchtet, könnt ihr das Angebot von Mehrwegsystemanbietern nutzen. Es gibt verschiedene Anbieter sogenannter Pool-Mehrwegbecher in Deutschland. Nach ausführlichen Diskussionen und um die Anzahl der Systeme in Rostock überschaubar zu halten, empfehlen wir die Anbieter FairCup, RECUP sowie Vytal.

Alle drei Mehrwegsystemanbieter

  • stellen in beliebiger Anzahl spülmaschinengeeignete Mehrwegbecher sowie Schalen zur Verfügung
  • liefern kurzfristig Nachschub an neuen Bechern und Schalen (in der Regel innerhalb von 3 Tagen, Postweg)
  • nehmen überschüssige Becher und Schalen unkompliziert zurück (sogenanntes Pfandclearing)
  • listen euer Unternehmen als Ausgabe- und Rücknahmestelle auf ihrer Homepage
  • bieten Kunden per App eine Karte, mit der sie alle Ausgabestellen dieses Systemanbieters auf einen Blick sehen können – sowohl in Rostock als auch deutschlandweit
  • stellen Informationsmaterialien für euer Unternehmen wie Thekenaufsteller oder Informationstafeln zur Verfügung, so dass die Kunden das Mehrwegangebot in eurem Geschäft sofort wahrnehmen

 

Welche Mehrwegsysteme empfehlen wir?

Es gibt verschiedene Anbieter in Deutschland. Nach ausführlichen Diskussionen, und um die Anzahl der Systeme in Rostock überschaubar zu halten, empfehlen wir euch die Anbieter FairCup, RECUP sowie Vytal. Alle drei Systeme gibt es bereits in Rostock. Die aktuelle Anzahl der Filialen pro System und die teilnehmenden Unternehmen findet ihr hier.

Pfandsystem versus App-basiertes System - Was unterscheidet die Mehrwegsysteme FairCup, RECUP und Vytal voneinander?

FairCup und RECUP sind sogenannte Pfandsysteme.

Das heißt, ihr leiht euch die in eurem Geschäft benötigte Anzahl an Bechern und Schalen von FairCup und RECUP gegen eine Pfandgebühr.

Übersicht über den Pfand bei FairCup und RECUP:

FairCup

1 Euro brutto pro Getränkebecher
50 Ct brutto pro Deckel zum Becher
2 Euro brutto pro Schale
2 Euro brutto pro Deckel zur Schal

RECUP

1 Euro brutto pro Getränkebecher
Der Deckel zum Getränkebecher ist als Kaufdeckel erhältlich. Das heißt, ihr kauft ihn bei RECUP und verkauft ihn an eure Kunden weiter
5 Euro brutto pro Essensschale inkl. Deckel

Beim Ausreichen eurer Speisen und Getränke an die Kunden berechnet ihr diesen den entsprechenden Pfandbetrag. Bringt der Kunde die Becher/Schalen zurück, erhält er auch den Pfandbetrag zurück. Für die Nutzung des Pfandsystems zahlt ihr bei beiden Anbietern eine pauschale monatliche Gebühr, deren Höhe von der Vertragsdauer abhängt.

Das System von Vytal funktioniert ohne Pfand.

Vytal stellt euch die in eurem Geschäft benötigte Anzahl an Schalen und Bechern zunächst kostenlos zur Verfügung. Wenn ihr eine Schale an einen Kunden ausreicht, wird dies mithilfe einer App auf dem Handy des Kunden und dem QR-Code auf den Mehrwegbehältnissen erfasst. Erst dann wird ein Leihbetrag von 10 Ct netto bzw. 15 Ct netto für Getränkebecher und kleine Essensschalen und 20 Ct netto pro größerer Schale fällig, den ihr an Vytal zahlt. Eine pauschale monatliche Nutzungsgebühr für das System wird bei Vytal nicht fällig. Kunden können, wenn sie die App nicht herunterladen möchten, auch eine Kundenkarte nutzen.

Eine Übersicht der Mehrwegsysteme gibt es hier.

Ist die Nutzung von Mehrwegbechern hygienisch – und auch unter Corona-Bedingungen erlaubt?

Ja, die Mehrwegbecher aller drei Anbieter FairCup, RECUP und Vytal sind so konstruiert, dass sie sich in Spülmaschinen entsprechend der sonst auch gültigen Hygienevorschriften hygienisch einwandfrei reinigen lassen. Auch das Gesundheitsamt der Stadt Rostock stimmt der Nutzung solcher Mehrwegbecher, der sogenannten Pfand-Pool-Systeme, die von den Unternehmen an die Kunden ausgereicht werden, ausdrücklich zu. Der Lebensmittelverband Deutschland hat für die Nutzung sogenannter Pool-Pfandsysteme ein Mehrblatt* mit einem dazugehörigen Lehrvideo veröffentlicht. (Darüber hinaus bietet der Lebensmittelverband Deutschland auch Merkblätter zur Nutzung von kundeneigenen Coffee-to-go-Bechern sowie kundeneigenen Mehrwegbehältnissen an, hier.)

*Diese Leitlinie entstand unter Mitwirkung folgender Verbände: Bundesverband der Systemgastronomie (BdS), Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft, Deutscher Konditorenbund, Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks sowie Pool-Systemanbieter und Spüldienstleister. Die Leitlinie ist von allen Bundesländern und damit bundesweit von den Überwachungsbehörden anerkannt und gibt deshalb den verantwortlichen Lebensmittelunternehmen besondere Verfahrenssicherheit.

Was kostet mich als Unternehmen die Nutzung eines Mehrwegsystems?

FairCup und RECUP sind sogenannte Pfandsysteme. Hier zahlt ihr eine feste monatliche Gebühr für die Nutzung des Systems, die abhängig von der Vertragsdauer ist, die ihr mit FairCup oder RECUP vereinbart habt.

Bei FairCup zahlt ihr eine geringere Monatsgebühr, wenn ihr nur Pfandbecher nutzt, und eine höhere Gebühr, wenn ihr Pfandbecher und Essensschalen oder ausschließlich Essensschalen nutzt.

Nur Becher:
12 Monate = 15 Euro netto pro Monat
36 Monate = 13,50 Euro netto pro Monat

Becher und Schalen:
12 Monate = 31 Euro netto pro Monat
36 Monate = 22,50 Euro netto pro Monat

Bei RECUP zahlt ihr je nach Vertragslaufzeit pro Monat zwischen 25 und 45 Euro netto, unabhängig davon, ob ihr nur Becher oder sowohl Becher wie auch Schalen nutzt.

6 Monate = 36 Euro netto pro Monat
12 Monate = 31 Euro netto pro Monat
24 Monate = 28 Euro netto pro Monat
36 Monate = 25 Euro netto pro Monat

Zusätzlich leiht ihr euch bei FairCup und RECUP die in eurem Geschäft benötigte Anzahl an Bechern und Schalen gegen Pfand aus. Diese Summe ist ein durchlaufender Posten, weil ihr den Pfandbetrag von euren Kunden „zurück“ erhaltet, sobald ihr Becher/Schalen ausreicht. Damit ihr in Ruhe herausfinden können, ob sich das finanziell für euch lohnt, unterstützt die Stadt Rostock eure Testphase finanziell. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Das System von Vytal funktioniert ohne Pfand.

Vytal stellt euch die in eurem Geschäft benötigte Anzahl an Schalen und Bechern zunächst kostenlos als Vorrat zur Verfügung. Wenn ihr eine Schale/einen Becher an einen Kunden ausreicht, wird dies mithilfe einer App auf dem Handy des Kunden und dem QR-Code auf den Mehrwegbehältnissen erfasst. Erst dann wird ein Leihbetrag von 10 – 20 Ct pro Schale und Becher fällig, den ihr an Vytal zahlt. Zusätzlich ist eine einmalige Startgebühr von 100 Euro zu zahlen. Damit ihr in Ruhe herausfinden können, ob sich das finanziell für euch lohnt, unterstützt die Stadt Rostock eure Testphase finanziell. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Eine Übersicht mit allen wesentlichen Fakten zu den Systemen inkl. Preisübersicht findt ihr hier.

Wie sehen die Becher und Schalen aus und welche Größen gibt es?

FairCup, RECUP und Vytal bieten Becher und Schalen in unterschiedlichen Größen und Farben an. Diese könnt ihr individuell abgestimmt auf euer Geschäft bei den Systemanbietern bestellen. Eine Übersicht über die vorhandenen Größen findet ihr hier.

Für die Ansicht der Farben besucht am besten  die Homepages der Systemanbieter FairCup, RECUP und Vytal. Bitte bedenkt, dass die Mehrwegsysteme davon leben, dass die Kunden die Becher und Schalen an einer Stelle bekommen und ggf. dann bei euch mit anderen Größen und Formen wieder abgeben. Solltet ihr die jeweiligen Behältnisse nicht benötigen, könnt ihr diese jederzeit an euren Mehrwegsystemanbieter zurückschicken, und ihr erhaltet entsprechend die Pfandgebühr zurück (sog. Pfandclearing).

Sind die Becher und Schalen gut stapelbar?

Ja, alle Becher und Schalen der drei Anbieter FairCup, RECUP und Vytal lassen sich platzsparend stapeln.

Kann ich die Becher und Schalen mal zum Testen ins Geschäft bekommen?

Wir haben bei plastikfreie-Stadt sowohl von FairCup, RECUP als auch Vytal Ansichtsexemplare vorrätig, die wir euch gern vorbeibringen. Bitte kontaktiert uns hierzu unter mehrwegrostock@plastikfreiestadt.org

Muss ich als Unternehmen komplett auf Mehrwegbecher/-schalen umsteigen?

Es gibt keine Verpflichtung zum Nutzungsgrad der Mehrwegbecher. Jedoch, je höher der Anteil an Mehrwegbechern, desto eher lohnt sich der Umstieg auch finanziell und die Umwelt freut es umso mehr. Wir würden einen Komplettumstieg sehr begrüßen, haben aber natürlich auch Verständnis, wenn ihr eure Kunden erst einmal nach und nach für #MehrwegToGo gewinnen wollt.

Kann ich die Mehrwegbehältnisse auch für heiße Getränke nutzen?

Die Mehrwegbehältnisse von FairCup, RECUP und Vytal können sowohl für kalte als auch für heiße Speisen und Getränke verwendet werden.

Wie oft können die Pfandbecher genutzt werden?

Je nach Becher und Schale können diese 200 bis 1.000 mal gespült und wiederverwendet werden. Genaue Zahlen findet ihr hier. FairCup, RECUP und Vytal nehmen beschädigte Becher und Schalen gegen Erstattung des Pfands zurück; kaputte Becher müsst ihr also nicht selbst ersetzen. In jedem Fall haben die Mehrwegbecher und -schalen eine positive Umweltbilanz.

Aus welchem Material bestehen die Becher und Schalen von FairCup, RECUP und Vytal?

FairCup: Becher, Schalen und Deckel bestehen aus Polypropylen (PP).
RECUP: Becher, Schalen und Deckel bestehen aus Polypropylen (PP).
Vytal: Becher bestehen aus Polypropylen (PP) mit einem Deckel aus TPE. Schalen bestehen aus Polypropylen (PP), der Deckel aus TPE.

Gibt es auch Deckel für die Trinkbecher?

Ja, sowohl bei FairCUp wie auch RECUP und Vytal können die Kunden individuell entscheiden, ob sie den Becher mit oder ohne Deckel erhalten wollen. Hierbei unterscheiden sich die drei Anbieter:

FairCup bietet den Pfandbecher (Pfand 1 Euro) mit einem Pfanddeckel (Pfand 50 Ct) an. Die Deckel sind als geschlossene Deckel (z.B. auch geeignet für Desserts oder Salate) oder als Deckel mit Trinkstutzen erhältlich.

RECUP bietet den Pfandbecher (Pfand 1 Euro) mit einem Deckel an, den die Kunden kaufen müssen. D.h. ihr kauft die Deckel für 84 Ct netto bei RECUP und verkauft diese zu einem selbst gesetzten Preis an die Kunden weiter UVP 1,30 Euro).

Vytal bietet den Mehrwegbecher mit Deckel an. Der Preis von 10 Ct netto, den ihr für die Ausreichung des Bechers zahlt, ist mit und ohne Deckel identisch.

Deckel für die Becher können bei allen drei Systemanbietern separat bestellt werden. Die Deckel passen jeweils auf alle Bechergrößen des jeweiligen Anbieters.

Wo bekomme ich finanzielle Unterstützung bei der Einführung eines Mehrwegbechersystems?

Die Stadt Rostock unterstützt die Einführung von Mehrwegsystemen finanziell. So könnt ihr mit eurem Unternehmen entspannt in die Testphase starten. Alles Weitere erfahrt ihr hier.

Die Mehrwegbehältnisse sind doch auch aus Plastik. Schadet das nicht der Umwelt?

Die Mehrwegbehältnisse der drei Anbieter FairCup, RECUP und Vytal bestehen aus Polypropylen (PP) bzw. TPE. Diese Materialien lassen sich hervorragend recyceln. Dadurch, dass diese Behältnisse zwischen 200 und 1.000 mal wiederverwendet werden, ist die Umweltbilanz positiv. Ausführliche Informationen zur Umweltbilanz von Einwegbehältnissen und Mehrwegbehältnissen im Vergleich finden sich hier.

Sind Einwegbecher überhaupt so viel umweltschädlicher als Mehrwegbecher? Was ist z.B. mit Bechern aus nachwachsenden Rohstoffen?

Einwegbehältnisse sind tatsächlich sehr viel schädlicher für die Umwelt als Mehrwegbehältnisse. Hier findet sich eine Übersicht mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema. Ausführliche Informationen zur Umweltbilanz von Einwegbehältnissen und Mehrwegbehältnissen im Vergleich finden sich hier.

Noch mehr Fragen?

Schreibt uns gerne über mehrwegrostock@plastikfreiestadt.org.